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4. Nano und Material Symposium: Material- und Prozessinnovationen für den intelligenten Leichtbau

Vom 16.11. bis 17.11. fand im Gästehaus der Salzgitter AG in Salzgitter das vierte NMN Symposium statt. Etwa 180 Teilnehmer besuchten das Symposium, das in Kooperation mit der Salzgitter AG und der Volkswagen AG veranstaltet wurde. Höhepunkte waren die Führungen durch das Motorenwerk der Volkswagen AG und die Produktionsanlagen der Salzgitter Flachstahl. Zu den Themengebieten Leichtbau, Neue Materialien und Oberflächen gab es Parallelsessions mit Plenarvorträgen. Begleitet wurde die Veranstaltung durch eine Fachausstellung mit neuesten Entwicklungen in diesen Bereichen.
Innovative Leichtbaukonzepte sind für den Automobilbereich, in der Luftfahrt sowie im Maschinen- und Anlagenbau von großer Bedeutung. „Material- und Prozessinnovationen für den intelligenten Leichtbau“ waren daher das zentrale Thema des Nano und Material Symposium. Innovative Werkstoffentwicklungen wie HSD und verschiedene Beispiele zur Mischbauweise und zu Faserverbundstoffen wurden präsentiert.
Ulrich Grethe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Salzgitter Flachstahl stellte in seinem Vortrag intelligenten Leichtbau mit Stahl vor. Innovative Stahlwerkstoffe, wie bainitisches Warmband SZBS600 und SZBS800, feuerverzinkte Dualphasenstähle mit optimiertem Bake-hardening-Effekt und lufthärtende Stähle (LH800 und LH900) sorgen dafür, dass Material und damit Kosten eingespart werden können. Die neue Bandgießanlage der Salzgitter Flachstahl soll zukünftig darüber hinaus das Herstellen von neuen hochfesten Stählen, wie zum Beispiel HSD (High Strength and Ductility) ermöglichen. HSD®-Stähle verfügen neben einer außergewöhnlichen Verformbarkeit über eine hohe Festigkeit und sind damit prädestiniert für den Einsatz in Automobilen. Es können leichtere, Kraftstoff sparende Fahrzeuge konstruiert werden, weil diese Leichtbaustähle eine höhere Gewichtsreduzierung ermöglichen als konventionelle Stähle. Der Werkstoff Stahl ist damit absolut wettbewerbsfähig gegenüber kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) hinsichtlich Kosten, Recyclingfähigkeit und CO2-Bilanz. "Jeder Werkstoff hat seine Berechtigung für den jeweiligen speziellen Anwendungsfall. So ermöglicht beispielsweise CFK als hochinnovativer anisotroper Werkstoff aufgrund seiner hervorragenden spezifischen mechanischen Eigenschaften extremen Leichtbau. Unter wirtschaftlichen und technologischen Gesichtspunkten bleibt Stahl mit seiner Legierungsvielfalt und Variationsbreite auch weiterhin ein attraktiver Werkstoff für den Leichtbau mit formgebenden Fertigungsverfahren," so Prof. Werner Hufenbach vom Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik der Technischen Universität Dresden. Prof. Wolfgang Bleck vom Institut für Eisenhüttenkunde der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen ist überzeugt: "Speziell durch die Weiterentwicklung der höchstfesten Stähle bis hin zu den TWIP- oder MBIP- Stählen wird sich Stahl auch in Zukunft im Umfeld anderer Leichtbauwerkstoffe behaupten.“
Neben dem Symposium wurde der Schülerwettbewerb „NMN Junior Contest“ in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr veranstaltet. Vier ausgewählte Schulgruppen bekamen hier die Aufgabe eine ein Meter lange Brücke aus Styropor und Stahl zu bauen, die ein Gewicht von 1,5 kg aushält und dabei noch eine Mindestdurchfahrtshöhe von 10 cm vorweisen kann. Sieger des Wettbewerbs wurde das Team des Gymnasiums Papenburg. Neben der Begleitung des Schülerwettbewerbs präsentierte sich die Salzgitter AG auch mit einem Karrierestand vor Ort.